Nov. 2009,

Süd Sudan - eine andere Welt

in einer Woche habe ich so viel erlebt, und kann es immer noch nicht fassen.

Unsere Eindrücke und unsere Erlebnisse hat ein Kollege in einem Tagebuch zusammengefast.

Lesen Sie, und entscheiden Sie selber, ob Sie uns unterstützen.

Kampf gegen Schlafkrankheit, Lepra und Tuberkulose
Ehrenamtliche Malteser aus der Erzdiözese Köln besuchen Hilfsprojekte in Südsudan 

Täglich sterben im Südsudan Menschen an Tropenkrankheiten, die man eigentlich heilen kann. Neben Schlafkrankheit und Lepra ist es vor allem die Tuberkulose, die neben AIDS/HIV die Menschen in dem von Bürgerkrieg gebeutelten Land bedrohen. Seit über 10 Jahren hilft der Malteser-Orden mit seiner weltweiten Organisation „Malteser International“ den Bewohnern des Südsudan mit verlässlicher Diagnose, Beratung und Therapieangeboten. Die Malteser in der Erzdiözese Köln haben jetzt beschlossen, diese Arbeit langfristig zu unterstützen. Drei ehrenamtliche Mitglieder sind für eine Woche in die Region gereist, um sich persönlich ein Bild von der Lage der Menschen und den Hilfsprojekten der Malteser zu machen.

Südsudan ist Teil der Republik Sudan. Das Land ist seit der Kolonialzeit Schauplatz von Bürgerkriegen zwischen der islamisch geprägten Nordhälfte und dem christlichen und animistischen Süden. Der Krieg kostete Millionen Menschen das Leben, weitere Millionen wurden vertrieben. Schon seit 1998 helfen die Malteser in dem krisengeschüttelten Land. Die Kampfhandlungen kamen nach dem Friedensabkommen von 2005 weitgehend zum Erliegen. Bis heute liegt die Infrastruktur des Südsudans am Boden.

Die Kölner Delegation bestand aus Roland Hiob, Stadtbeauftragter der Hildener Malteser, Daniel Kattwinkel, Mitglied des Diözesan-Jugendführungskreises, und Dr. Andreas Archut, Malteser-Pressesprecher im Rhein-Sieg-Kreis. Begleitet wurden sie vom Generalsekretär von Malteser International, Ingo Radtke. Die Gruppe besuchte die Malteser-Niederlassung in der Stadt Yei im Südwesten des Landes sowie eine Außenstelle in der kleinen Ortschaft Lasu nahe der Grenze zum Kongo. Weitere Schwerpunkte der Malteser-Arbeit sind darüber hinaus die Orte Maridi und Rumbek, die südsudanesische Hauptstadt Juba sowie die Region Darfur. Die Kölner Besuchergruppe reiste auch in die Hauptstädte von Uganda und Kenia, Kampala und Nairobi, von wo aus Malteser International neben örtlichen Hilfsprojekten vor allem die logistische Unterstützung der Projekte in der Region und ihre Buchhaltung zur betreibt.

Fünf internationale Mitarbeiter und rund 100 Einheimische beschäftigt Malteser International derzeit in Yei. Dort machten sich die drei rheinischen Malteser ein sehr persönliches Bild von der Arbeit der örtlichen Helfer. Im nach der ersten Heiligen des Sudan benannte St. Bakhita-Gesundheitszentrum kämpfen die Malteser gegen Lepra, Tuberkulose, Schlafkrankheit und AIDS/HIV. Mit umfangreichen Kontrollprogrammen klären die Helfer die Menschen über Krankheiten und ihre Behandlung und Vermeidung auf. Regelmäßig finden Gesundheitskurse statt. Außerdem besuchen Malteser-Mitarbeiter die ländlichen Regionen, um die Dorfbewohner aufzuklären, zu beraten und gegebenenfalls einer Behandlung zuzuführen.

Oberstes Ziel ist dabei die Hilfe zur Selbsthilfe. Jedes Projekt ist so angelegt, dass es spätestens nach Ablauf einer gewissen Projektdauer in einheimische Hände übergehen kann. So haben die Malteser in Yei die Verantwortung für das Gesundheitszentrum an die örtliche Diözese abgegeben. Derzeit bereiten sie die Übergabe des Tuberkulose-Programms an das staatliche Krankenhaus von Yei vor.

Für die drei Malteser aus dem Rheinland war es der erste Besuch in Afrika – eine Woche voller neuer Eindrücke und intensiver Erfahrungen. In Yei besuchten sie auch Bischof Erkolano Lodu Tombe, Oberhirte der jüngsten Diözese Sudans mit rund 240.000 Gläubigen. Der Bischof begrüßte das Engagement aus Deutschland und berichtete seinen Besuchern von den schwierigen Bedingungen, unter denen die Kirche hier tätig ist. Zurück in Deutschland wollen die drei Reisenden möglichst vielen Menschen von ihren Eindrücken berichten. Erste Veranstaltungen haben bereits stattgefunden, weitere sollen bald folgen.


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